Autobiographische Tondiaschau Texte zu Bildern und zur Musik meiner Eltern
Ich liege im Bett und schaue meiner Schwester zu die vorm Spiegel steht und sich frisiert. Die Hand in der Pyjamahose tupft mit dem Zeigefinger gegen die weiche Haut an der Spitze meines Gliedes. Plötzlich ein wahnsinniges Kribbeln und Jucken im Bauch - der Atem bleibt mir weg. Jetzt nur nichts anmerken lassen denk ich - es ist etwas passiert. Schon ist es wieder vorbei. Ein Jahr später onaniere ich am Clo, ich stelle mir vor ich bin die Venus aus dem Bildband WIEN UND EIN BLICK IN DIE ALPENGAUE. Das Clopapier um meinen rechten Schenkel symbolisiert den zarten Schleier.
rot-weiß-rot / Mond Rosen tot die Brust voll Luft getaucht Seerosenrot betont die Wadenstrümpfe abgestreift ganz weiß das nackte Fleisch tomatenreif gehörnt gekräuselt dicht behaart die Stirn kuhaugenglotzend angestarrt der erste warme Abendwind glockengeläutevoll / Alkohol im Blut die Morgenröte / Scham / im Bauch die schlechte Luft herausgepresst / durchatmen / tief weißer Hauch
Talwärts ziehen weiße Schafe die Körper tief im Grün / saftig frisch Tische gedeckt mit Weihnachtskarpfen blau schillernd / rot / geglotzte Augen ein Fest / spiegeln der Kerzen / im Herz ein tiefes Lied der Heimat wo niemand wieder schreibt: Nieder mit den Anfängen
Die Faust versteckt im Kittel weicher Schenkel bis Widerstand dein Leben droht erstickt von allem Übermut / ganz langsam Fest gedrückt und hochgestrichen ein feuchter Fleck aus Angst im Hemd die Hand schon längst entdeckt Kein Wort Geduld / schon abgeführt
Ein Traum die Welt / ein Sinn / ein Griff ein dieseits sich erschöpfend treiben ein Aufgewacht schon all zu müde hingehangen langer Tag vom Sonnenstrahl die Augen wund erwacht ein Lachen sacht probiert / die Lunge voll gesogen durchgestreckt / hinaus / hinaus Alles rundherum in mir hinein In mir
Schokoladeeisverklebte Lippen auseinanderreißen essen trinken träumen lachen lieben scheißen neunzehnhundertachzig / Tag der Fahne regungslos da windstill |